BPMN als Schlüssel zur Digitalisierung?

Neulich hatte ich die Gelegenheit, eine gute Zusammenfassung zu digitalen Geschäftsmodellen und der Plattformökonomie zu lesen. Hier der Link: Digitale Geschäftsmodelle und Plattformökonomie

Ich möchte nun nicht die dort gemachten Thesen wiederholen, aber trotzdem darauf hinweisen, welche ökonomische und auch gesellschaftliche Bedeutung eine konsequente digitale Transformation in Deutschland und Europa hat. Dies unterstreicht, dass Digitalisierung und digitale Transformation eben nicht nur Phrasendrescherei aus Marketing- und PR-Abteilungen, sondern als aktuelle Herausforderung in fast allen Ebenen unserer Gesellschaft zu meistern ist.

Neben offensichtlichen Fragen wie dem Ausbau der Infrastruktur wird natürlich auch die Frage nach der konkreten Umsetzung einer digitalen Agenda in den Unternehmen gestellt. Interessant ist das Fazit einiger Studien und Umfragen, welche Maßnahmen denn am erfolgversprechendsten bei einer digitalen Agenda sind. So sei die Zusammenführung von Business- und IT-Verantwortung ein Schlüssel zum Erfolg. An sich ist das wenig überraschend, wir BPM-Experten arbeiten ja schon seit längerem daran, Brücken zwischen Fach- und IT-Abteilungen zu schlagen. Für uns als Softwareanbieter war und ist es stets einer der elementaren Vorteile, mit BPMN eine Sprache zu haben, die flexibel aber auch ausdrucksstark genug ist, fachliche und technische Anforderungen von Geschäftsprozessen so abzubilden, dass beide Seiten sie gleichermaßen verstehen können. Die Herstellung einer gemeinsamen Verständnisebene ist nun mal Voraussetzung für die Zusammenführung verschiedener Verantwortungsbereiche.

Entscheidend für den Erfolg ist aber nicht nur die digitale Umsetzung herkömmlicher Geschäftsprozesse, also z.B. das Einscannen von Formularen und deren weitere Bearbeitung als PDF mit herkömmlichen Prozessteilnehmern, was sich wunderbar mit entsprechenden Process Engines realisieren lässt. Ebenso ist das konsequente Neudenken von Geschäftsmodellen und -prozessen eben der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation. Erinnert sei dabei an das in der Prozesswelt bekannte Bonmot von Thorsten Dirks „Wenn sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben sie einen scheiß digitalen Prozess.“ Letzteres trifft man noch viel zu oft in Unternehmen an, die nicht fähig oder mutig genug sind, wirklich disruptiv zu denken.

BPMN ist und bleibt also allenfalls ein Hilfsmittel, um Geschäftsprozesse zu definieren, zu optimieren und zu automatisieren. Der Unternehmer, Berater oder Manager, der in der Lage ist, seine Geschäftsprozesse zu revolutionieren, macht den Unterschied.